Pedrabissi Karl

1926-2016
Unterrichtete im Girenbad von 1948-1960. Zeitweise wurde er durch seine Schwester vertreten. Später war er in Zürich als Schulpsychologe tätig. Sofern es seine Gesundheit zuliess, nahm er bis ins hohe Alter an der Girenbader Tagung teil.

Karl Pedrabissi mit der 1.-6. Klasse Girenbad, 1953


Turnstunde mit Lehrer Pedrabissi  (erzählt von Hans Honegger)
Auch auf unserem Stundenplan war jeweils 1 Stunde Turnen angesagt. Mit Pedrabissi ging es dann für 1 Stunde in den Wald, zur Ruine Bernegg, zum „Himmelstürli“ oder auf den Schafrain. Wir genossen die Spaziergänge über Stock und Stein.Wir merkten dann erst in der Oberstufe in Hinwil, dass mit unserer Turnstunde etwas nicht gestimmt hatte! Da war körperliche Ertüchtigung und Turnen für’s Vaterland angesagt.

Paul Honegger – das alte Puurli und wir       (erzählt von Hans Honegger)
Da wo heute das Haus von Heiri Bosshard steht, lebte Paul Honegger und fristete ein bescheidenes Dasein. Er war den ganzen Tag arbeitsam und hatte immer etwas zu tun. Weshalb wir es immer wieder auf ihn abgesehen haben, weiss ich nicht mehr! Wir Jungs hatten immer wieder Dummheiten im Kopf. Die „Geschichte“ mit dem alten Wagen, bleibt mir bis heute in Erinnerung. Wieder einmal war uns langweilig und dann kam uns die Idee! Alter Holzwagen auseinander nehmen und geschwind wurden die Räder auf dem nächsten Baum aufgehängt. Für uns war das ein lustiger Bubenstreich, für Paul Honegger hingegen weniger.


Drei Geschichten, erzählt von Heinz Keller
Unser Lehrer Karl Pedrabissi war ein toller Kerl und bei allen Schülerinnen und Schülern sehr beliebt. Natürlich brachte er uns ab und zu zur „Verzweiflung“!

Pedrabissi der Traumdeuter!
Paul Hänsler (6. Klasse) und ich (Heinz Keller 5. Klasse) wurden von Pedrabissi auserwählt, unsere Träume zu erzählen. Unser Lehrer versuchte dann, die Träume zu deuten und in die Zukunft zu sehen! Das war gar nicht lustig für uns! Vor lauter Angst, dass wir in der Nacht keine Träume hätten, haben wir nicht gut geschlafen und waren am anderen Morgen nicht so konzentriert wie gewohnt. Damit wir jeden Morgen etwas zu erzählen hatten, haben wir uns Träume ausgedacht und die grössten Fantasien erzählt. Unsere Mütter hatten uns geholfen, Geschichten zu erfinden. Er war dann immer sehr zufrieden mit uns!

Die Schaufelberger Kiesgrube
Natürlich waren wir Jungs nicht immer brav und hatten in der Freizeit so Einiges angestellt!
In der Schaufelberger-Kiesgrube haben wir eine kleine Hütte gebaut. Das war ein tolles Versteck. Immer wieder hatten wir heimlich ein paar Zigaretten geraucht. Es war grossartig und wir fühlten uns stark und unbesiegbar!
Der Schorsch (Georg) Schaufelberger, Heinz Keller und ein paar andere Jungs hatten wieder einmal geraucht! Am anderen Tag wollte Pedrabissi ganz genau wissen, wer wie viele Zigaretten geraucht hatte. Alle bis auf Schorsch Schaufelberger gaben eine ehrliche Antwort. Er wollte der Grösste sein und gab 10 Zigaretten an. Sogleich bereute er seine „grossspurige“ Antwort. Es gab nämlich pro Zigarette mit der Rute einen Schlag auf den „Allerwertesten“. Das war nicht lustig und der Hintern schmerzte noch am anderen Tag. Wer uns verraten hatte, wurde uns nie erzählt. Für das Rauchen mussten wir uns notgedrungen einen anderen Platz suchen. Wir waren halt wilde Jungs!

Der Aushilfslehrer in der 6. Klasse (den Namen habe ich vergessen)
Schorsch (Georg) Schaufelberger liebte seine Farbstifte. Er sammelte jeden kleinsten Farbstummel und bewahrte diese gewissenhaft in seiner Büchse auf. In der 6. Klasse mussten wir in der vordersten Reihe sitzen. Schorsch stellte alle Farbstifte in einer Reihe auf dem Pult auf. Dann brüllte er: „Feuerwehr Girenbad – Achtung steht!“ Gab den Stiften einen Stoss, so dass alle durchs Zimmer geflogen sind. Der Lehrer drehte sich um und gab Schorsch eine kräftige Ohrfeige. Es hatte geknallt und Schorsch ist vom Stuhl gefallen. Er rappelte sich mühsam wieder auf und meinte ganz trocken: „Ohh…. Jetzt hani nur no Sternli gseh!“ Zum Glück ist das heute nicht mehr Modern, das SCHLAGEN.